Typische Fallstricke
Sechs Fallstricke im Büroalltag.
Verbieten hilft nicht. Die Arbeitslast ist zu hoch, und es ist nur verständlich, dass sich die Teammitglieder an KI-Werkzeugen versuchen und sie nutzen. Riskant wird es, wenn KI ungeordnet und undokumentiert genutzt wird. Die politische Verantwortung bleibt beim MEP.
Ein ganz normaler DienstagPosteingang: 60
60 Bürgerzuschriften im Postfach. Eine besonders scharfe Mail wird in ein kostenloses KI-Tool im privaten Browser kopiert: „Formuliere eine höfliche Antwort.“ Drei Sekunden später steht der Entwurf. Das passiert zwanzigmal am Tag. Niemand hat es verboten. Niemand weiß davon.
- Haftung
Die Verantwortung bleibt beim Abgeordneten
Geklickt hat die Assistenz, datenschutzrechtlich verantwortlich ist das Büro und damit am Ende das Mitglied selbst. Diese Verantwortung lässt sich nicht an Mitarbeitende oder an einen Anbieter abgeben.
- Datenschutz
Bürgerpost ist besonders geschützt
Wer einem Abgeordneten schreibt, äußert fast immer eine politische Meinung. Solche Daten zählen zu den besonders geschützten Kategorien und dürfen nur unter strengen Voraussetzungen verarbeitet werden.
- Drittland
Daten verlassen die EU
Bei vielen Gratis-Tarifen werden Eingaben außerhalb der EU verarbeitet und können zum Training der Modelle genutzt werden. Für personenbezogene Daten ist das ohne vertragliche und rechtliche Absicherung nicht zulässig.
- Nachweis
Nichts ist dokumentiert
Rechtsgrundlage, Eintrag im Verarbeitungsverzeichnis, Risikoabschätzung, Information der Betroffenen: Fragt die Datenschutzaufsicht nach, kann das Büro heute meist nichts vorlegen.
- Werkzeuge
Werkzeug-Wildwuchs
Privates ChatGPT hier, dienstliches Copilot da, DeepL, Browser-Erweiterungen, Transkriptions-Apps. Jeder nutzt etwas anderes, mit eigenem Konto und eigenen Regeln, und niemand hat den Überblick.
- Öffentlichkeit
Das politische Risiko
Wird so eine Praxis öffentlich, lautet die Schlagzeile nicht „Büro nutzt KI“, sondern „Abgeordneter gibt Meinungen seiner Wähler an US-Konzern weiter“. Dieser Schaden lässt sich nicht mehr einfangen.
Die Antwort
Ordnung statt Verbot.
Nicht jede Aufgabe braucht dieselbe Schutzstufe. Entscheidend ist, welche Information in welches Werkzeug darf.
Öffentlich
Pressemitteilungen, Reden, veröffentlichte Positionen
Leistungsstarke Standardwerkzeuge
Vertraulich
Bürgerzuschriften, interne Vermerke, politisch Vertrauliches
Nur abgesicherte Umgebungen
Besonders sensibel
Vorgänge, die das Büro unter keinen Umständen verlassen dürfen
Ein Modell, das Ihr Haus nicht verlässt
Ich zeige Ihnen, wie Sie diese Einteilung festlegen, die passenden Werkzeuge einrichten und alles so dokumentieren, dass Sie jede Nachfrage beantworten können, bevor sie gestellt wird.